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auf dem Corpus der barocken Deckenmalerei

Der Barock und seine Deckenmalerei

Der Barock

Als Barock wird die Stilrichtung zwischen der Renaissance und des Klassizismus in der Zeit von 1575 bis 1770 bezeichnet. Die Stilrichtung ging von Italien aus und verbreitet sich vorwiegend in den katholischen Ländern, bis sie sich später in abgewandelter Form auch in den protestantischen Regionen von Europa ausbreitete.
Die Kennzeichen eines barocken Kunstwerkes ist übersteigerte Wiedergabe der Stilelemente aus der Renaissance und deren gehäuftes Auftreten, so dass sowohl die Bauwerke, wie auch die Malereien überladen und voluminös wirken.
Und wenn sich auch in der Zeit des Barocken vor allen die steigende Macht der einzelnen Fürstentümer etablierte, ist die Kunst vor allem ein Werkzeug der Kirche, da diese durch die Präsentation Ihres Prunks die Gläubigen an sich binden will.

Die Deckenmalerei im Barock

Nach dem die Malerei in den vorangegangenen Epochen aus der Architektur verband wurde und sich nur noch auf der Leinwand abspielte, fand sie im Barock wieder ihren Weg in die Architektur, hier stieg vor allem die Zahl der Deckenmalereien an. Das Ziel war es den Himmel zu öffnen und den Betrachter des Gemäldes einen Blick in eine andere Welt zugeben bzw. den Raum, in der er sich gerade befindet, zu vergrößern und auf eine andere Ebene auszudehnen. Die Öffnung der Decke wurde schon in der Renaissance praktiziert, jedoch erhielt sie im Barock eine bedeutendere Rolle und wurde, wie die Kunst im Ganzen, auch ins Extrem getrieben. Jetzt versuchte man in der Deckenmalerei, gegen die Schwerkraft, die architektonischen Elemente des Gebäudes nach oben hin fortzusetzen und dabei zeichnete man die Bauelemente sehr realistisch nach, schmückte ihr Umfeld jedoch sehr illusionistisch aus. Vor allem in den Barockenkirchen wurde die Deckengestaltung auf die Spitze getrieben, um den Gläubigen einen Ausblick auf den Himmel geben zu können, spielten hier Engel und Putten eine große Rolle.

Gestalterische Mittel der barocken Deckenmalerei

Um die Wirkung der Deckenmalerei erzeugen zu können, mussten sich die Künstler einiger Kniffe bedienen.
So sind für die barocke Malerei Verkürzungen kennzeichnend, durch die starken perspektivischen Verkürzungen innerhalb der Gemälde wurde eine sehr ausgeprägte Tiefenwirkung erzeugt, so dass die Bilder wirkten, als ob sie in den Himmel reichten und bei dem Betrachter dazu das Gefühl erzeugten mitten im Geschehen zu sein.
Auch das vermehrte Spiel mit Licht und Schatten war ein typisches Merkmal der barocken Malerei. Durch die Hell-Dunkel-Kontraste und die Benutzung von kräftigen Farben fingen die Bilder an sich zu bewegen und lebendig zu werden. Diese Farbkombinationen hatten trotz des ganzen Realismus immer etwas Theatralisches und Überspitztes.

Werke und Künstler in der barocken Deckenmalerei

Eines der bekanntesten Deckengemälde des Barock befindet sich im Treppenhaus einer Villa auf Mallorca. Es wurde von Tipolo angefertigt und nimmt für sich in Anspruch, das größte zusammenhängend Deckengemälde der Welt zu sein. Auf ihm hat Tipolo die vier Kontinente samt Menschen und deren Umwelt dargestellt. Auch bekannt ist das Kuppelgemälde in Parma von Correggio, bei dem die malerische Umsetzung der Öffnung der Decke hervorsticht. Vor allem sind aber Deckenmalereien aus Kirchen bekannt, die als gegenreformatorisches Mittel eingesetzt wurden, wie im Il Gesú von Gaulli und in der Sant´ Ignazio von Pozzo.